Ich möchte dir eine Frage stellen, und ich bitte dich, sie ehrlich zu beantworten: Welchen Reel hast du vor drei Monaten gepostet?
Keine Ahnung, oder? Deine Follower auch nicht. Der Algorithmus übrigens auch nicht mehr – der hat ihn nach 24, maximal 48 Stunden vergessen und dich aufgefordert, das nächste Stück Content zu produzieren. Herzlich willkommen im Hamsterrad.
Ich habe nichts gegen Social Media. Aber ich habe sehr viel dagegen, wenn selbstständige Frauen – Mütter, Unternehmerinnen, Expertinnen mit begrenzten Zeitkontingenten – ihre kostbarste Ressource in etwas investieren, das sich in Luft auflöst.
Business Coaches und Marketingexperten sind sich gerade alle sehr einig: Social Media wird langfristig nicht mehr das Non-plus-ultra-Medium für Sichtbarkeit sein. Dadurch, dass wir mehr Content Pieces auf Instagram oder LinkedIn konsumieren, folgen wir weniger Personen – das heißt auch, dass die Zahl an Followern weniger wichtig ist als die erzielte Reichweite. Und hier kommt der Algorithmus wieder zum Tragen.
Social-Media-Plattformen leben davon, dass du weiter produzierst. Ihre Geschäftsmodelle basieren auf Kontinuität. Du hörst auf, du wirst bestraft. Du postest weniger, deine Reichweite fällt. Du investierst mehr, die Kurve steigt – kurz. Dann fällt sie wieder. Also produzierst du mehr.
Das ist kein Fehler im System. Das ist das System.

Ein Presseartikel im Netz existiert morgen noch. In einem Jahr noch. In fünf Jahren noch. Und er wird gefunden, wenn jemand aktiv nach dir sucht.
— FANNI BRINKMANN
Ein Presseartikel funktioniert umgekehrt. Du investierst einmal – Zeit, Vorbereitung, ein gutes Gespräch mit einer Journalistin. Der Artikel erscheint. Und dann: Er bleibt. Er rankt. Er taucht auf, wenn jemand deinen Namen googelt. Er taucht auf, wenn jemand dein Thema googelt. Er baut Vertrauen, nicht weil du es aussendest, sondern weil ein Dritter es bestätigt.
Das ist der Unterschied zwischen einem Asset und einer Eintagsfliege.
Ich spreche hier bewusst auch Frauen an, die beides sind. Die morgens das Kind fertigmachen, mittags einen Kundenauftrag abliefern, abends die nächste Rechnungsrunde durchkämpfen. Die Frauen, für die ein Redaktions-Meeting um 14 Uhr keine Option ist, weil um 15 Uhr die Kita schließt.
Für euch ist radikale Effizienz keine Option, sondern viel mehr Überlebensstrategie. Das ist bei mir übrigens auch so. ich bin alleinerziehend, mein Sohn ist 10. Ich muss effizient sein.
Und radikal effizient bedeutet: Investiere in das, das wirkt. Nicht das, das laut ist. Nicht das, das täglich Futter fordert. Investiere in Maßnahmen, die einmal Aufwand kosten und jahrelang arbeiten.
Ein Interview in einem Fachmagazin deiner Branche. Ein Gastbeitrag in einem Online-Medium, das deine Zielgruppe liest. Ein Expertenkommentar in einer Tageszeitung, wenn ein relevantes Thema die Runde macht. Ein Porträt, das deine Geschichte erzählt – nicht als Werbetext, sondern als echte Story.
Diese Formate brauchen Vorbereitung. Sie brauchen Know-how und du musst wissen, wie man eine Redaktion anspricht, was Journalisten wollen, wie man eine Story baut, die nicht im Papierkorb landet. Genau das ist mein Handwerk. Aber der Return on Investment? Der ist nicht mit Social Media zu vergleichen.
Du arbeitest einmal. Die Wirkung bleibt Jahre.
Deine Zeit ist endlich. Investiere sie in Assets, nicht in Eintagsfliegen. Ein Presseartikel arbeitet noch in drei Jahren für dich – ein Reel ist nach 48 Stunden Geschichte.
April 20, 2026